Die Ernährung unserer Hunde
© Sabine van Wel

Schlittenhunde benötigen neben der Proteinquelle Fleisch für ein stabiles Körpergewicht und die Regeneration ihrer Glykogenreserven
in der Muskulatur auch Kohlehydrate sowie Fett. Kohlehydrate sind für den Hund  kein essentieller Nahrungsbestandteil und im 
Übermass führen sie oft zu Fehlgärungen und z.B. Blähungen, schwer arbeitende Schlitten-Hunde und aktive Hunde können aber nicht
ohne Weiteres darauf verzichten, es muss mit extremen Fettmengen ausgeglichen werden. Dies birgt Risiken im Hinblick auf die Besiedelung
der Darmflora. Wir füttern Fleisch, Fett und Kohlehydrate wie Reis, Hirse, Kartoffeln, auch wenig Trockenfutter.
Die Art der Kohlehydrate und ihre Zubereitung ist entscheidend für die Verträglichkeit. Getreide muss für den Hund aufgeschlossen
sein, Reis z.B. durch Kochen, Backen oder Quetschen ( Flocken), es wird vom Hund sonst nicht verdaut. Wir empfehlen
glutenfreie Getreidesorten oder Kartoffeln. Obst gehört ebenso zum Speiseplan unserer Hunde. Wer Fleisch und Fisch in hygienisch
einwandfreier Qualität
bekommt, kann dies roh füttern, wir kochen die meisten Schlachtabfälle jedoch ab.
Wird die Leistung erhöht, sollte mehr Fett als Energieträger zugefüttert werden. Gut vertragen werden tierische Fette wie Butter und Fischöl.
Wer lieber für seinen Hund kocht sollte die Futterbestandteile bei kleiner Flamme köcheln, besser noch im Schnellkochtopf garen. Ein wenig
Gemüse rundet die Ration ebenfalls ab, die Menge kann aber marginal bleiben. Rohkost wie Möhre und Apfel sollte sehr fein gerieben sein
damit der Hund es verdaut. Kleine Mengen Knoblauch sind nicht giftig, Studien zeigten: erst bei 35g pro Kg Körpergewicht wird das Blut zu
sehr verdünnt.  (Lee et al., 2000; Hu et al., 2002; Yamato et al., 2003; Cope, 2005)

Unsere Kleinen wachsen der Erfahrung nach in ihre Ration "hinein", sie wird zuerst in 3 Portionen aufgeteilt, später kann 1-2 x am Tag
gefüttert werden. Fleisch wird bei uns mit Algenkalk oder Knochenmehl ergänzt um das optimale Calcium/Phosphor Verhältnis herzustellen.
( z.B. 5 g Algenkalk auf 1000 g Rindfleisch ). Wer roh füttern möchte muss sehr genau auf die Fleischhygiene achten und nur Fleisch verfüttern
das z.B. auch für den menschlichen Verzehr geeignet wäre.


5,5 Kg Rindfleisch Mischung für ein Hunde-Rudel, Gemüse/Obst Mischung aus dem Entsafter mit Pulpe - fertige Ration für einen Hund




3 Kg Lachs mit frischen Wildkräutern, roh
3 Kg Rindfleisch + Innereien mit frischen Wildkräutern, roh
Geflügel-Hack gebraten mit Gemüse auf Hirse/Kartoffelbrei

Ich denke dass echte Lebensmittel in der Hunde-Ernährung nicht auschschliesslich durch Fertigfutter ersetzbar sind. Warum sollte was
für uns Menschen selbstverständlich ist, dass aus frischen Zutaten zubereitete Nahrung einfach auf Dauer gesünder ist, warum sollte
das für unsere Hunde nicht gelten? .......>> weiterlesen: Gesunde Tiernahrung

Beispiel: Tagesration für einen Schlittenhund, 20 Kg, Sprintdistanz ( Mitteleuropa) leicht abgewandelt nach Iben

80 g

Getreide-Flocken  ( oder 80 Gr. Trockenfutter/vegetarisches Trockenfutter)

250 g

Kopffleisch vom Rind

15 g

Rinderleber

5 g

Schweineschmalz oder Kokosfett nativ

5 g

Pflanzenöl oder Fischöl

3 g

Trockenhefe

6 g

Milchpulver ( z.B. Ziegenmilchpulver)

3 g

Knochenmehl

5 g

Calciumcarbonat oder Citrat

1 g

Probiotika

0,5 g

Magnesiumoxid


evtl. Spurenelement und Vitaminmischung




Lammfleisch gewolft roh
Fette + Öle
Unser Tipp: getreidefreie Trockenfutter  und glutenfreie Getreide-Beilagen bevorzugen und ausreichend einweichen, nur mit hygienisch einwandfreiem Fleisch mischen um Fehlgärungen zu vermeiden, oder Fleisch kurz abkochen. Schlittenhunde im Arbeitseinsatz erhalten ca. 2/3 Fleisch und 1/3 Cerealien oder Trockenfutter.


Beispiel Tagesration für einen Sporthund

160 g

Hühnerfleisch


100 g

Kopffleisch vom Rind


100 g

Magerquark


140 g

Haferflocken oder Flocken


3 g

Bierhefe


3 g

Calciumcarbonat


2 g

Kochsalz


0,5 g

Magnesiumoxid



evtl. Vitamin u. Spurenelementmischung






Kopffleisch gewolft
Fisch
Quark und Joghurt

Fütterung von Haus- und Familienhunden
Die Fütterung des Familien- oder Haushundes muss an die Aktivitäten des jeweiligen Hundes angepasst werden.
Samojeden sind gute Futterverwerter. ...Einige mehr als Andere. Daher sollte bei Fütterung von Fertignahrung von den Herstellerangaben ca. 10% des empfohlenen Bedarfs abgezogen werden. Ich favorisiere die Misch-Fütterung unterschiedlicher Komponenten aus frisch zubereiteten Futtermitteln. Der Ernährungszustand des jeweiligen Hundes sollten Sie einmal im Monat durch Wiegen überprüfen und die Fütterung ggf. dem Bedarf anpassen. Samojeden sind relatriv leicht gebaute mittelgrosse Hunde und wiegen zwischen 16 und 26 Kg, sehr grosse sportliche Rüden auch darüber. Ein normal grosser Rüde von 57 cm sollte z.B. keinesfalls 30 Kg wiegen. Auch die meisten Hündinnen nicht über 20 Kg. Rippenbögen und Hüftknochen sollten locker tastbar bleiben.


Beispiel Tagesration für einen Haushund

300 g

Pansen

150 g

Flocken

20 g

Pflanzenöl

5 g

Dicalciumphosohat

2 g

Kohlensaurer Futterkalk

2 g

Salz

0,3 g

Magnesiumoxid


evtl. Vitamin u.Spurenelementmischung


Austausch der Kohlehydratvarianten:

100g Reis = 430 g gekochte Kartoffeln = 90 g Nudeln = 90 g Haferflocken oder Hirse


Beispiel hypoallergene Tagesration

300 g

Schellfisch

45 g

Reis oder Hirse

6 g

Calciumcarbonat

1,7 g

Kochsalz


Fisch abbrühen und Reis/Hirse kochen - Zutaten vermengen


Folgende Faktoren erlauben eine Umrechnung, ausgehend von der für 20 Kg schwere Hunde berechneten Ration oben.

Kg KM

MJDE

% des Bedarfs für 20 Kg KM

Faktor

15

3,8

80

0,8

20

4,7

100

1

25

5,59

118

1,18

30

6,4

136

1,36








    Stopfende Futter Komponenten:

    gesalzener Reisschleim, Brühreis

    Knochen

    Bananen

    Möhren

    Apfel

    gekochte oder gebratene Leber

    Quark

    Brombeerblatter

    Kamille

    Fenchel

    Heilerde

    Knochenmehl

    Abführende Futter-Komponenten meiden, 



frisches oder gefrostetes
Obst


F


Lammfleisch gewolft

    Komponenten zum Zunehmen:

    Überbrühte Haferflocken, Haferschleim

    fettes Fleisch

    Pansen, grün, Blättermagen grün

    erhöhter Kohlehydrat- und Fettgehalt

    Bierhefe

    Pansenmehl

    mehrmals täglich füttern

    Fisch fett

    Fischöl, Butter

    Futter Komponenten die eher abführend wirken:

    Leber

    Milz

    Milch

    Biojoghurt, Sauermilch, Dickmilch, Buttermilch

    aile Fette und Öle,

    überbrühter oder gekochter Leinsamenschrot

    überbrühte Weizenkleie

    Algen, gequollen

    stopfende Komponenten meiden

    Ballaststoffe erhöhen

    vieI FIüssigkeit geben

    für viel Bewegung sorgen


    Komponenten bei Übergewicht:

    Gemüseanteil erhöhen

    Ballaststoffe erhöhen

    Getreidekom­ponenten weg­lassen oder nur wenig
            überbrühte Weizenkleie

    weniger weiches Fett

    Milz

    Lunge

    mageres Muskelfleisch

    Brennnessel

    Kalziumreiche Komponenten:

    ( z.B.für Welpen, im Wachstum, Muttertiere )

    Fenchel

    Spinat

    Broccoli

    Kresse

    Petersilie

    Algen, Seetang

    Alfalfamehl ( Luzerne)

    Knorpel

    Knochen

    Fleischknochen

    Knochenmehl, Fleischknochenmehl

    gemahlene rohe Eierschalen

    Biojoghurt

    Dickmilch


Fleischknochen roh

    Ausgleichende, regulierende, modulierende Verdauungshilfen:

    Haferschleim

    Heilerde

    Papaya

    Knoblauch

    Pfefferminze

    Algen

    Kamillenblüten

    Fenchel

    Salbei

    Biojoghurt, zimmerwarm

    frischer grüner Panseninhalt

    gruner Blättermagen

    Leinsamenschrot überbrüht oder gekocht

    Bierhefe

    Löwenzahn

    Apfel

    biologische Darmbakterien­präparate, Probiotische
           Präparate

    Mild antiparasitär wirken diese Komponenten:

    Möhren sehr fein graspelt oder Saft

    frische Feigen

    Kokosflocken, Kokosfett nativ

    Kurbiskerne

    Ingwer

    Wermut, Salbei, Thymian, Minze, Raute


frisches oder gefrostetes Gemüse




Aufzucht von Welpen:
Welpen wachsen wie vorab bereits geschrieben unserer Erfahrung nach in ihre Ration "hinein". Hier eine Übersicht
welche Gewichtsentwicklung ein Welpe/Junghund machen sollte:



Quellen:

Christine Iben Diätmanagement bei Hund und Katze Gustav Fischer Verlag 1996
Hunde richtig füttern, Helmut Meyer, Jürgen Zentek

Vera Biber, Futterprobleme bei Hunden
Gaby Haag, Das koche ich meinem Hund, BLV Verlag 2002
Dr. med.vet. C. Thielen, Dr. med.vet. B. Dobenecker: Richtige Hundeernährung, Falken Verlag